EPIKONDYLITIS
(Chronische)
Epikondylitis ulnaris (medialis) und radialis (lateralis
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Als Epikondylitis wird ein entzündlicher oder degenerativer Prozeß im Bereich eines Epicondylus (= der einem Gelenk knorren aufsitzende Knochenvorsprung für Muskel ursprünge oder -ansätze) bezeichnet.

Eine Epikondylitis kann jeden Epicondylus im Köper betreffen, in der ärztlichen Praxis ist sie aber fast nur am Ellenbogengelenk zu sehen.

Epikondylitis radialis humeri (Epikondylitis lateralis humeri)
Bei dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus radialis humeri
(= über dem Ellenbogen außen), die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension (= Beugung in Richtung Hand rücken) im Handgelenk verstärken. Nicht selten strahlen die Ellenbogenschmerzen in Unter- und/oder Oberarm aus, so daß dann der ganze Arm schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen äußeren Unterarm es. 
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnen
ansätze am Epicondylus lateralis humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung, so zum Beispiel beim Tennisspielen (deshalb oftmals auch die Bezeichnungen Tennisarm oder Tennisellenbogen).  

Epikondylitis ulnaris humeri (Epikondylitis medialis humeri)
Bei dieser Erkrankung ist der Epicondylus medialis humeri
(= Knochen vorsprung, an dem Seh nen ansetzen, an der Innenseite des Ellenbogens) betroffen. Die Patienten klagen über einen Ellenbogenschmerz an der Innenseite, die sich bei Faustschluß und Beugung (besonders gegen Widerstand) im Handgelen k verstärken. Nicht selten strahlen die Schmerzen in Unter- und/oder Oberar m aus, so daß dann der ganze Ar m schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen inneren Unterarmes. 
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze am Epicondylus medialis humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung, so z.B. durch golfen (deshalb auch die Bezeichnungen Golferarm oder Golferellenbogen).

Die Epikondylitis ist im akuten Stadium schmerzhaft und vor allem lästig, jedoch an sich eine harmlose Erkrankung. Bei entsprechender körperlichen Schonung und örtlichen entzündungshemmenden Maßnahmen (z.B. Kältepackung, Salbenverbände) klingen die Beschwerden bald wieder ab. Halten die Schmerzen aber länger als drei Monate an, so ist daraus eine chronische Epikondylitis geworden.

Schmerztherapeutisch kann bei einer Epikondylitis ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knochenhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können. 
Nicht selten hilft bei einer Epikondylitis nur eine längerfristige kontinuierliche Plexus brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Das Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. 
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die den entzündlichen  oder degenerativen Prozessen, die einer Epikondylitis zugrunde liegen, nachhaltig entgegenwirkt.

Daß Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint eine Behandlung mit Botulinustoxin (= ein Nahrungsmittelgift) bei Epikondylitis erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerz bereich krankhaft übererregten Muskeln.

Physikalische Therapie bei Epikondylitis:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. 
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei Epikondylitis die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. 
Manche Patienten mit einer Epikondylitis empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Armschmerzen lindern. 
Die Verordnung von gewöhlichen Massagen ist auch bei Epikondylitis nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
 Wichtig hingegen ist bei Epikondylitis eine gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie
Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske 1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie und/oder Hochtontherapie.
Manchmal ist auch bei der Epikondylitis eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. 

Andere Therapiemaßnahmen bei Epikondylitis
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson, ebenso ein Schmerzbewältigungstraining sind auch bei einer länger anhaltenden Epikondylitis eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.
 

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Aktualisiert: >10.03.2007</> sb ku
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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