Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.
Syndrom des (Musculus) Scalenus
(Skalenus)
(Viele weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)
Das Wort Scalenus wird von manchen Autoren auch mit k geschrieben (Skalenus).
Das Syndrom des Skalenus (Scalenus)
entsteht durch Kompression
(= Einengung) des
Plexus brachialis (=
Armnervengeflecht) im Bereich der
Skalenus-Lücke (=
Durchtrittsort der Schlüsselbelbeinschlagader und des Armnervengeflechts zur
Achselhöhle), hauptsächlich
verursacht durch eine Halsrippe
(= zusätzliche, unnormale Rippe
am 7. Halswirbel), aber auch durch
Bindegewebsstränge oder höhergradige
Muskel
verspannungen.
Die
neuralgie
artigen Beschwerden (Schmerzen
sowie Empfindungsstörungen) in
Schulter und
Arm treten beim
Syndrom des Skalenus (Scalenus) deutlich belastungsabhängig auf,
insbesondere bei Zugbelastung (Tragen von Koffern, Taschen usw.).
Die dominierenden Schmerzlokalisationen sind ulnarer
(= ellenseitiger)
Unterarm und
Hand.
Im fortgeschrittenen Stadium mit
Nervenläsion (=
Nervenschädigung)
treten beim Syndrom des
Skalenus (Scalenus) Paresen
(= Lähmungen)
und Atrophien (=
Muskelschwund) der kleinen Hand
muskeln auf. Auch
können sich eine
Raynaud -artige Störungen
(=
Durchblutungsstörungen)
entwickeln.
Durch zusätzliche Stenosierung (= Verengung) der A. subclavia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein) in der Skalenus-Lücke können Mikroembolien (= kleinste Blutgerinnsel) entstehen, die feine Fingergefäße verschließen und eine vaskuläre Symptomatik (= Krankheitszeichen bei erkrankten Blutgefäßen) hervorrufen (Ostheim 1976).
Zur
Schmerztherapie empfiehlt sich im
Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie
(=
Betäubung) bei stark verspannter
Skalenus
muskulatur
die wiederholte Infiltration mit einem lang wirkenden örtlichen
Betäubungsmittel, die Vermeidung von
schmerz
auslösenden oder verstärkenden Belastungen, in hartnäckigen Fällen,
insbesondere bei Auftreten eines neurologischen Defizits, eine chirurgische
Intervention (z.B. operative Entfernung der Halsrippe).
In seltenen Fällen halten die
Schmerz
en trotz einer entlastenden Operation an,
wahrscheinlich wurde in diesen Fällen zu lange zugewartet so daß es zu einem
Nervenschaden
gekommen ist.
In dieser Situation ist die kontinuierliche, retrograd hohe Blockade
des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht)
erfolgversprechend (siehe unten).
Zur
Schmerzbehandlung
beim Syndrom des Skalenus (Scalenus) kann auch die
kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen
Muskeln im
seitlichen, unteren Halsbereich)
Blockade des Plexus brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode
mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Das Nervenbündel kann auch zwischen Schlüsselbein und 1. Rippe komprimiert werden. Besonders bei Rückführung der Schulter unter Zug, wie beim Tragen eines Rucksackes, tritt ein ausstrahlender Schmerz auf.
Die Therapie besteht in der Vermeidung von typischen Belastungen. Nur in seltenen Fällen wird man sich zur Resektion (= operative Entfernung) der 1. Rippe entschließen.
Der Vollständigkeit halber sei noch das sog. Hyperabduktionssyndrom erwähnt. Die Schmerzen treten bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke). Die Ursache ist eine Kompression der Nerven des Armplexus zwischen Korakoid (= Rabenschnabelfortsatz, vom oberen Schulterblattrand über die Schultergelenkpfanne ziehend) und M. pectoralis minor (= der kleine Brust muskel), nahe dem Ansatz.
Therapeutisch kann der Versuch mit Lokalanästhetica -Infiltrationen unternommen werden.
Methodenbeschreibung:
Kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Plexus brachialis mit Katheter
Bei dieser Methode wird ein dünner
Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide
des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach
oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der
Oberarm mit einer
Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der
Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schul
ter- und seitlichen Halsbereich
schmerzlindernd wirken kann.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit
hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen
(= das unwillkürliche Nervensystem betreffende)
Ner
ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegenwirkt, außerdem kann sich durch die bessere
Durchblutung ein gestörter Nervenzellmetabolismus (=
Stoffwechsel einer Nervenzelle) wieder normalisieren.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben
seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen. Quelle:
Web-Seite der
Bundesregierung und
Brief
des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als
Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
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Aktualisiert:>22.07.2008</>
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