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Syndrom des (Musculus) Scalenus (Skalenus)
(Viele weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)

Das Wort Scalenus wird von manchen Autoren auch mit k geschrieben (Skalenus).

Das Syndrom des Skalenus (Scalenus) entsteht durch Kompression (= Einengung) des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) im Bereich der Skalenus-Lücke (= Durchtrittsort der Schlüsselbelbeinschlagader und des Armnervengeflechts zur Achselhöhle), hauptsächlich verursacht durch eine Halsrippe (= zusätzliche, unnormale Rippe am 7. Halswirbel), aber auch durch Bindegewebsstränge oder höhergradige Muskel verspannungen.

Die neuralgie
artigen Beschwerden (Schmerzen sowie Empfindungsstörungen) in Schulter und Arm treten beim Syndrom des Skalenus (Scalenus) deutlich belastungsabhängig auf, insbesondere bei Zugbelastung (Tragen von Koffern, Taschen usw.).
Die dominierenden Schmerzlokalisationen sind ulnarer
(= ellenseitiger) Unterarm und Hand.
Im fortgeschrittenen Stadium mit Nervenläsion
(= Nervenschädigung) treten beim Syndrom des Skalenus (Scalenus) Paresen (= Lähmungen) und Atrophien (= Muskelschwund) der kleinen Hand muskeln auf. Auch können sich eine Raynaud -artige Störungen (= Durchblutungsstörungen) entwickeln.

Durch zusätzliche Stenosierung (= Verengung) der A. subclavia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein) in der Skalenus-Lücke können Mikroembolien (= kleinste Blutgerinnsel) entstehen, die feine Fingergefäße verschließen und eine vaskuläre Symptomatik (= Krankheitszeichen bei erkrankten Blutgefäßen) hervorrufen (Ostheim 1976).

Zur Schmerztherapie empfiehlt sich im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Betäubung) bei stark verspannter Skalenus muskulatur die wiederholte Infiltration mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel, die Vermeidung von schmerz auslösenden oder verstärkenden Belastungen, in hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Auftreten eines neurologischen Defizits, eine chirurgische Intervention (z.B. operative Entfernung der Halsrippe).
In seltenen Fällen halten die Schmerz
en trotz einer entlastenden Operation an, wahrscheinlich wurde in diesen Fällen zu lange zugewartet so daß es zu einem Nervenschaden gekommen ist.
In dieser Situation ist die kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht) erfolgversprechend (siehe unten).
Zur Schmerzbehandlung beim Syndrom des Skalenus (Scalenus) kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.

Das Nervenbündel kann auch zwischen Schlüsselbein und 1. Rippe komprimiert werden. Besonders bei Rückführung der Schulter unter Zug, wie beim Tragen eines Rucksackes, tritt ein ausstrahlender Schmerz auf.

Die Therapie besteht in der Vermeidung von typischen Belastungen. Nur in seltenen Fällen wird man sich zur Resektion (= operative Entfernung) der 1. Rippe entschließen.

Der Vollständigkeit halber sei noch das sog. Hyperabduktionssyndrom erwähnt. Die Schmerzen treten bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke). Die Ursache ist eine Kompression der Nerven des Armplexus zwischen Korakoid (= Rabenschnabelfortsatz, vom oberen Schulterblattrand über die Schultergelenkpfanne ziehend) und M. pectoralis minor (= der kleine Brust muskel), nahe dem Ansatz.

Therapeutisch kann der Versuch mit Lokalanästhetica -Infiltrationen unternommen werden.

Methodenbeschreibung:

Kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Plexus brachialis mit Katheter

Bei dieser Methode wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberarm mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schul
ter- und seitlichen Halsbereich schmerzlindernd wirken kann.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen (= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegenwirkt, außerdem kann sich durch die bessere Durchblutung ein gestörter Nervenzellmetabolismus (= Stoffwechsel einer Nervenzelle) wieder normalisieren.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.

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Aktualisiert:>22.07.2008</> kusb&
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